Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group

Mitte der 1980er wurde die Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) gemeinsam mit einigen Freunden aus den Bundesländern gegründet. Aus einem kleinen Unternehmen mit nur einer Sekretärin ist inzwischen eine Studiengruppe mit Weltruf geworden, die maßgeblich an wesentlichen Entwicklungen der Therapie von Patientinnen und Patienten mit Brust- und Darmkrebs und zu neuen Therapiemaßnahmen geführt hat.

Über 20 Jahre leitete ich die ABCSG als Präsident. Bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse und Aktivitäten umfassten z.B.:

  • die Unterscheidung zwischen Patientinnen mit hormonabhängigem und Patientinnen mit hormonunabhängigem Mammakarzinom und auf dem Rezeptorstatus basierende verschiedene Therapiestrategien,
  • die Implementierung der Chemotherapie vor der Operation (sog. präoperative Chemotherapie),
  • die Veranlassung der Gründung einer Arbeitsgruppe für Wächterlymphknoten, der Austrian Sentinel Node Biopsy Study Group,
  • die Nachsorge von Patientinnen mit Brustkrebs,
  • die Etablierung des Stellenwertes von Aromatasehemmern und Medikamenten, die die Eierstockfunktion bei noch menstruierenden Patientinnen beeinflussen.
Andere Aktivitäten in dieser Zeit waren die Jahrestagungen der ABCSG, die einen intensiven Erfahrungsaustausch mit vielen Kolleginnen und Kollegen des Landes erlaubten, die sich mit Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit Mammakarzinom beschäftigten. Viele der in diesem Rahmen erarbeiteten Maßnahmen führten zu einer deutlichen Qualitätsanhebung der Behandlung von Brustkrebspatientinnen.

Während all dieser Jahre in der ABCSG waren meine Grundsätze geprägt von Kollegialität, Verständnis für das Schicksal von Patientinnen und die Probleme von Kolleginnen und Kollegen, kameradschaftliche Leitung des Unternehmens bei Transparenz und demokratischer Entscheidung, in aller Klarheit der Überlegung und straffer Organisation. Das Arbeiten in der Gruppe war für mich immer eine Freude und ist dies bis heute geblieben, wenn auch die erhöhten Anforderungen in vielerlei Hinsicht die Etablierung von neuen Projekten wesentlich komplexer erscheinen lassen als früher. Aus dieser Tätigkeit heraus entstand eine Reihe von international beachteten Publikationen.

Besonderes Augenmerk ist in der ABCSG sowie meinen anderen Arbeitsbereichen auf die chirurgische Qualitätskontrolle zu richten, mit der z.B. eine international beachtete Erhöhung der Brusterhaltungsrate in Österreich einherging. Grundlage dieser Bemühungen ist die mit anderen Fächern – der internistischen Onkologie, Gynäkologie, Strahlentherapie und Pathologie – gelebte Interdisziplinarität.

Österreichische Gesellschaft für Chirurgie

Für den Zeitraum 2005-2006 wurde ich zum Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie (ÖGC) gewählt. Die Geschicke der ÖGC für ein Jahr zu leiten und mitzubestimmen war für mich eine besondere Freude. Die Präsidentschaft gipfelte in der Organisation des 47. Österreichischen Chirurgenkongresses, der vom 15.-17. Juni 2006 im Wiener Museumsquartier stattfand. Die genauen Details sowie mehrere Ansprachen sind auf der angegebenen Homepage der ÖGC nachzulesen.

Österreichische Gesellschaft für Senologie

Am 06.09.2006 wurde ich zum Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Senologie (ÖGS) für 2 Jahre gewählt. Die ÖGS beschäftigt sich mit allen Aspekten der Gesunderhaltung und der Erkrankung der weiblichen Brust und ist ein interdisziplinäres Forum. Hauptsächliche Aspekte in dieser Präsidentschaft werden die Erarbeitung von Leitlinien für Mammakarzinom-Screening und Qualitätskontrolle der Sentinel Lymphknotenbiopsie darstellen. Der Senologiekongress 2008 in Wien, der gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie durchgeführt wird, wird von mir als Präsidenten ausgerichtet.

Breast Surgery International

Im Jahre 1999 wurde ich zum Präsidenten von Breast Surgery International (BSI) gewählt. Dieses Forum ist ein internationaler Zusammenschluss von Chirurgen aus der ganzen Welt, die einen wesentlichen Teil ihrer Arbeit Patientinnen mit Brusterkrankungen widmen. BSI ist eine Sektion der Internationalen Gesellschaft für Chirurgie (ISS/SIC). Im Rahmen des Kongresses 2005 in Durban wurde der erste Postgraduate Course für Chirurginnen und Chirurgen abgehalten, die sich mit Brusterkrankungen beschäftigen. Ich habe dort die Umberto Veronesi Lecture gehalten. Die übrigen Details sind über die Homepage von BSI abrufbar.

Eines meiner wesentlichen Anliegen ist die brustchirurgische Fortbildung von jungen Kollegen aus Europa und Asien im Rahmen von Postgraduate Courses. Diese von der BSI, der European Society of Surgical Oncology (ESSO), der European Society of Mastology (EUSOMA) und anderen Vereinigungen organisierten Kurse haben zum Ziel, angehenden Brustspezialisten in Intensivseminaren die neuesten chirurgischen Techniken und Therapien nahe zu bringen, u.a. im Zusammenhang mit prädiktiven und prognostischen Faktoren, mit der chirurgischen Brusterhaltung und mit präoperativen Behandlungsformen. Neben den Kongressen und in Durban wurden solche Kurse in der jüngsten Vergangenheit auch in Kuwait, Lucknow, Budapest und Adelaide abgehalten.


Am Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Klinik für Chirurgie war es mir ein Anliegen, sowohl eigene wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse öffentlich zu präsentieren, als auch im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen den Wissensstand und auch die eigene Sicht zu bestimmten Problemen vorzustellen. In den Jahren 2001 bis 2009 habe ich insgesamt 181 Vorträge bei internationalen Veranstaltungen gehalten und weitere 132 in Österreich. Meine internationale Vortragstätigkeit hat in folgenden Ländern stattgefunden: Ägypten, Australien, Belgien, Bosnien, Bulgarien, Deutschland, England, Frankreich, Griechenland, Indien, Irland, Italien, Japan, Jemen, Jordanien, Kanada, Kazakhstan, Kolumbien, Korea, Kroatien, Kuwait, Litauen, Malaysien, Niederlande, Polen, Portugal, Russland, Schottland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südafrika, Thailand, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, USA und Vereinigte arabische Emirate. Höhepunkte der internationalen Präsentationen waren Vorträge beim amerikanischen Krebskongress (s. ASCO) und am jährlichen San Antonio Breast Cancer Symposium.


Bereits in meiner Anfangszeit am AKH war mir bewusst, dass die Verbreitung des Wissens in erster Linie in Form von wissenschaftlichen Publikationen zu erfolgen hat. Meine erste Arbeit habe ich gemeinsam mit Stefan Wuketich im Jahre 1978 verfasst. Inzwischen sind 320 Arbeiten mit einem Impact Factor von insgesamt 857 erschienen. Eine Auswahl meiner Publikationen in onkologischen und anderen medizinischen Fachzeitschriften finden Sie hier

American Society of Clinical Oncology

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde 1964 mit dem Ziel gegründet, die Krebsbehandlung und -prävention in den USA zu verbessern und eine optimale Behandlungsqualität zu gewährleisten. Inzwischen zählt ASCO weltweit mehr als 20.000 Mitglieder der verschiedensten onkologischen Fachrichtungen – neben Chirurgen auch Internisten, Radiologen, sowie auch Allgemeinmediziner und Pflegespezialisten. Die Gesellschaft ist die führende Institution im Bereich Krebsforschung und –behandlung, ihre Jahrestagungen sowie ihre Zeitschrift, das Journal of Clinical Oncology, sind die heute einflussreichsten Foren der Onkologie.

European Society of Surgical Oncology

Die European Society of Surgical Oncology (ESSO) ist eine europaweite Vereinigung chirurgischer Onkologen und hat sich der Aufgabe gewidmet, durch die Abhaltung von Fachkongressen sowie Fortbildungsveranstaltungen die Standards der chirurgischen Versorgung in Europa zu optimieren. Ein weiterer Schwerpunkt dieser Gesellschaft liegt in der Förderung der onkologischen Grundlagenforschung und der klinischen Forschung.

Weitere Mitgliedschaften

Neben den Gesellschaften, denen ich als Präsident vorstehe, gehöre ich auch der Gesellschaft der Chirurgen in Wien, der Österreichischen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Senologie, der Deutschen Krebsgesellschaft, der German Adjuvant Breast Cancer Group, u.a., an.

St. Gallen Consensus Konferenz

Die im 2–Jahresabstand abgehaltene internationale Konferenz “Primary Therapy of Breast Cancer” im schweizerischen St. Gallen ist das europaweit einflussreichste Forum zur Erstellung von Richtlinien in der Brustkrebstherapie und -diagnostik. Nahezu alle kooperativen Studiengruppen und Zentren weltweit, welche in diesem Bereich in der Grundlagenforschung und klinischen Forschung tätig sind, präsentieren vor diesem Forum ihre neuesten Erkenntnisse. Ich selbst habe seit 2001 die große Ehre, im St. Gallener Plenum aktiv mitzuwirken. Die nunmehr 10. Tagung dieser großen Expertenrunde im Bereich Brustkrebs hat vom 14. bis zum 17. März 2007 stattgefunden. 2009 fand die Konferenz von 11.-13.März statt. Ich habe dort die Sitzung "Diagnosis and Follow up" geleitet.

Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group

Darüber hinaus bin ich Ausschussmitglied der in Oxford ansässigen Early Breast Cancer Trialists‘ Collaborative Group (EBCTCG). Diese international besetzte Institution setzt sich seit 1983 zum Ziel, durch kombinierte Auswertungen einer Vielzahl von klinisch relevanten Patientendaten fundierte Erkenntnisse über die Wirksamkeit der verschiedensten Formen der medizinischen Brustkrebsbehandlung – hormoneller und zytotoxischer Therapie, Chemotherapie, chirurgischer Behandlung und Strahlentherapie – zu generieren. Die Ergebnisse dieser Forschungsgruppe basieren inzwischen auf Daten von 200.000 Patientinnen, die in 400 kontrollierten, randomisierten Studien behandelt wurden.

Breast Health Global Initiative

Im Rahmen meiner internationalen Tätigkeiten bin ich auch Mitglied der Breast Health Global Initiative (BHGI). Die Mission dieser Initiative ist es, Guidelines für Brustgesundheit und Krebskontrolle für sich entwickelnde Nationen zu erarbeiten, die evidenzbasiert, ökonomisch machbar und der jeweiligen Kontur des Landes angepasst sind. Diese Initiative, an der ich seit mehreren Jahren teilnehme, ist gemeinsam mit dem Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und der Susan G. Komen Breast Cancer Foundation ins Leben gerufen worden und hatte bereits mehrmalige Veranstaltungen in Washington und New York. Der nächste Global Summit on International Breast Health findet Oktober 2010 in Chicago statt. Ich bin dort im Scientific Advisory Board tätig.

Oncopool

Ein weiteres internationales Projekt zur Verbesserung der Umsetzung von Ergebnissen der Brustkrebsforschung in die klinische Praxis ist die von Nottingham aus koordinierte Datenbank “Oncopool”. Dieses von der Europäischen Kommission unterstützte Projekt wird von führenden Zentren gespeist und wird in Zukunft zur Standarddatenbank für wissenschaftliche Informationen bzgl. der Verteilung von prognostischen Faktoren, Rezidiv– und Überlebensraten im Zusammenhang mit Brustkrebs werden.

Breast Care

Besondere Freude bereitet mir seit 2006 die Herausgabe einer auf die weibliche Brust spezialisierten Zeitschrift. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen aus München gegründet, wird im englischsprachigen Journal Breast Care dem Fachpublikum eine hochaktuelle Plattform zur Präsentation und Diskussion aller relevanten Aspekte im Zusammenhang mit Brustkrebs geboten.

European Journal of Cancer

Ich fungiere weiters als Breast Cancer Editor des European Journal of Cancer (EJC), einem internationalen Onkologie-Journal, das sich der experimentellen Krebsforschung, der klinischen Onkologie und der Krebsepidemiologie und -prävention widmet. Diese Zeitschrift ist das Fachmedium einer Reihe von europäischen wissenschaftlichen onkologischen Gesellschaften, u.a. auch der EUSOMA.

World Journal of Surgery

2007 wurde ich in das Redaktionskomitee des World Journal of Surgery aufgenommen, das als offizielles Organ der Internationalen Gesellschaft für Chirurgie gilt und eine der weltweit führenden chirurgischen Fachzeitschriften ist (s. auch BSI). Diesem Kollegium gehören renommierte Chirurgen aus aller Welt an. Die Artikel im WJS befassen sich mit den Fortschritten in der klinischen und experimentellen Chirurgie, der chirurgischen Aus- und Fortbildung, sowie auch sozioökonomischen Aspekten der chirurgischen Versorgung.

Clinical Breast Cancer

In Clinical Breast Cancer werden hämatologische und onkologische Originalarbeiten zu verschiedenen Aspekten der klinischen und translationalen Forschung des Mammakarzinoms veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf neueste wissenschaftliche Entwicklungen in den Bereichen Detektion, Diagnose, Prävention und Therapie.

Weitere Tätigkeiten

  • Tätigkeiten als Gutachter bzw. Board Member: American Journal of Cancer, Annals of Oncology, The Breast, Cancer Research UK, Der Chirurg, International Journal of Surgery, Journal of Clinical Oncology, Journal of the American Medical Association, The Lancet, Langenbecks Archiv für Chirurgie, Nature Clinical Practice Oncology, Onkologie, Women‘s Health
  • Konsulententätigkeiten bei zahlreichen weiteren Advisory Boards und Expert Panels

Ehrendoktorat

Ich hatte die große Ehre, 2005 mit dem Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Pleven in Bulgarien ausgezeichnet zu werden, sowie 2007 mit einem Ehrendoktorat der Universität St. Petersburg.